Eröffnungsrede Bonifatiushaus in Fulda – 2008: Elke Heydecke „Auf dem Weg“ 

Ich gebe zu, ich kenne Elke Heydecke schon seit einiger Zeit und habe immer wieder Gelegenheit mitzuverfolgen, in welcher schöpferischen Etappe sich die Künstlerin gerade bewegt. Ihre neueste Ausstellung heißt „Auf dem Weg“ – auch einige ihrer Bilder hat sie so genannt. Das Motto spiegelt im Grunde die Lebensauffassung von Elke Heydecke.

In meinem Büro lag ein Stapel guter Kopien ihrer Bilder. Ich habe sie auf dem Boden um mich herum verteilt und sie lange betrachtet. Jedes Bild ist ein Unikat, jedes  gehalten von einer eigenen Handschrift. Da sind Bilder mit geometrisch-abstrakten Inhalten, die mathematischen Gesetzen zu unterliegen scheinen, die in sich „ruhen“. Dann Werke, die collagenartig in den verschiedensten Materialien gefertigt sind und den starken Kontrast von grafischen und abstrakten Elementen miteinander verbinden. In den Acrylbildern wie in den Zeichnungen finden sich immer wieder Sand- und Gipsspuren, Papier- und Pappenreste, Büttenpapier oder Kreppband  –  Materialien, die aus dem Baumarkt stammen ….  Kleben, Tackern, Heften, oder auch mal eine schwere Rigipsplatte als Malgrund nehmen – es ist schon eine beeindruckende, auch handwerkliche, Vielfalt die sich da abbildet (….)

Aber Heydecke umkreist immer ein erkennbares Zentrum, das den Inhalt bündelt, sie „verzettelt“ sich nicht – wie wir erkennen werden.  „Am Anfang“, „Ich und Du“, „Traum“ „Sieg und Niederlage“ „Fisch gefangen“, „Heimat“  „Bedrängnis“ oder „Abendbraun“, aus den Titeln ihrer Bilder klingt Kleines und Großes heraus, Beiläufiges und Schicksalhaftes, Abstraktes und Dingliches, Banales und Tiefgründiges – so als komme es wie es komme, auf dem Weg des Lebens eben. Man spürt es, Elke Heydecke führt Gespräche – mit sich selbst, mit ihrer Umwelt, mit der Natur und natürlich mit ihrem Gegenüber, dem Menschen.